Mosel stellt sechs Sieger im neuen Weinguide

Vinum Weinguide 2022: Weine von Mosel, Saar und Ruwer sind die Besten in sechs Kategorien.

Ob jung oder gereift, ob trocken, feinherb oder süß: Rieslingweine aus dem Weinanbaugebiet Mosel, belegen im aktuellen Vinum Weinguide 2022 wieder Spitzenpositionen. Bei der Präsentation des für viele Weinfreunde wichtigsten Weinführers für deutsche Weine kürten die Herausgeber Weingüter von Mosel, Saar und Ruwer zu Siegern in sechs Kategorien. Viele weitere Erzeuger von Saarburg bis Winningen finden sich zudem in den Top Ten-Listen der Vinum-Juroren.

Beim feinherben Riesling setzen die Winzer der Moselregion wieder die „benchmark“. Erich und Johannes Weber vom Hofgut Falkenstein knüpfen an ihre Erfolge der Vorjahre an und stellen den Sieger in der erstmals zusammengefassten Kategorie „Bester Riesling feinherb/bester Kabinett“. 96 von 100 möglichen Punkten erreichte ihre 2020er Riesling Spätlese - 11 - aus der Lage Niedermenniger Herrenberg. Vater und Sohn Weber stellen mit ihrem Kabinett Alte Reben aus dem Krettnacher Euchariusberg (ebenfalls 96 Punkte) auch den drittbesten Wein dieser Kategorie. Der zweite Platz geht an das Weingut Willi Schaefer in Graach für einen ebenfalls mit 96 Punkten bewerteten Kabinett aus der Lage Dompropst. Alle weiteren Spitzenplätze der Kategorie werden von Produzenten aus dem Anbaugebiet Mosel behauptet: Weine von Julian Haart aus Piesport stehen auf den Plätzen 4 und 5, gefolgt von Franz-Josef Eifel aus Trittenheim und nochmals Hofgut Falkenstein auf Platz 7. Günther Jauchs Weingut von Othegraven in Kanzem belegt mit drei Kabinett-Weinen verschiedener Saar-Lagen die Plätze 8 bis 10.

Mit der Betriebswertung von fünf Sternen gehört das Hofgut Falkenstein nun erstmals zu den besten Betrieben im Vinum Weinguide. Damit ist das Weingut aus dem Konzer Tälchen für die Autoren auch das Weingut des Jahres im Anbaugebiet. In der Höchsten Bewertungsgruppe mit fünf Sternen finden sich aus der Region außerdem die Weingüter Clemens Busch aus Pünderich, Joh. Jos. Prüm aus Wehlen und Schloss Lieser.

Auch dieser Betrieb gehört zu den Siegern des Jahres. Lara und Niklas Haag vom Weingut Schloss Lieser nahmen in Mainz die Auszeichnung für die „Beste Spätlese 2020“ entgegen. Die Riesling Spätlese aus der Lage Wehlener Sonnenuhr wurde von den Juroren mit 97 Punkten bewertet. Bis auf einen Platz gingen auch alle weitere Top Ten-Wertungen der Spätlese-Kategorie an Weingüter von Mosel und Saar. Auf den zweiten Platz setzten die Vinum-Tester die 2020er Berncasteler Doctor Spätlese - 8 - vom Weingut Witwe Dr. Thanisch - Erben Thanisch in Bernkastel-Kues, eine andere Spätlese gleicher Lage kam auf Platz 5. Platz 3 ging an das Weingut Ansgar Clüsserath in Trittenheim für die Spätlese aus dem Neumagener Rosengärtchen. Die weiteren Platzierungen der heimischen Winzer: Platz 4 für Franz-Josef Eifel, Platz 6 für Willi Schaefer, Platz 7 für Wegeler in Bernkastel-Kues, Platz 9 für Fritz Haag in Brauneberg und Platz 10 für Zilliken in Saarburg.

Fast ausnahmslos dominieren die Weingüter der Region auch die Kategorie „Riesling Auslese 2020“. Gleich viermal taucht das Weingut Joh. Jos. Prüm unter den besten Zehn auf. Katharina Prüm nahm die Siegerurkunde für die 2020er Wehlener Sonnenuhr Auslese Goldkapsel - 23 - entgegen, die 99 Punkte erhielt. Mit 98 und 97 Punkten belegen drei weitere ihrer Auslesen von 2020 auf die Plätze 3, 5 und 9 der Gruppe. Die weiteren Platzierungen gehen an A.J. Adam in Neumagen-Dhron, Kees-Kieren in Graach, Karl Erbes in Ürzig, Selbach-Oster in Zeltingen und Martin Müllen in Traben-Trarbach.

In der Gruppe der edelsüßen Rieslinge erreichte das Weingut Fritz Haag aus Brauneberg mit dem dritten Platz die höchste Wertung für die Mosel. 98 Punkte erhielt die 2019er Brauneberger-Juffer Sonnenuhr Trockenbeerenauslese. Auch ein Eiswein von Nico Rosch aus Leiwen, eine Beeren- und eine Trockenbeerenauslesen von Selbach-Oster in Zeltingen-Rachtig sowie eine Trockenbeerenauslese von Alexander Loersch, ebenfalls in Leiwen, aus dem Jahrgang 2020 gehören zu den besten edelsüßen Weinen im Vinum Weinguide.

Nicht nur bei den feinherben und süßen Gewächsen behauptete das Anbaugebiet Mosel seine Spitzenstellung. Dass in der Region auch trockene Weine mit hervorragendem Preis-Leistungsverhältnis erzeugt werden, stellte Helmut Plunien vom Weingut Vols in Ayl unter Beweis. Sein 2020er Riesling trocken „Rau“ ist für die Vinum-Autoren der Sieger in der Kategorie „Bester trockener Weißwein unter 10 Euro“ in Deutschland. Auch Platz 4 ging für den Wiltinger Riesling trocken an Helmut Plunien, während Winzer Jochen Clemens aus Wintrich den zweiten Platz der Kategorie für den 2020er Wintricher Riesling erhielt. Die Ruwer ist ebenfalls unter den besten zehn trockenen Weißweinen unter 10 Euro vertreten: Wolfgang Mertes aus Waldrach platzierte seine 2020er Waldracher Sonnenberg Riesling Spätlese trocken auf Rang 5 und den trockenen Kabinett aus gleicher Lage und gleichem Jahr auf Rang 9. Zu den „Best buy“-Rieslingen des Jahres gehören auch der 2020er Goldtröpfchen Kabinett trocken von Gernot Hain aus Piesport und der 2020er Riesling trocken „Steinig“ vom Weingut Rüdiger Kröber aus Winningen.

Unter den besten zehn Literweinen des Jahres finden sich Weine von Martin Müllen (Platz 2), Rüdiger Kröber (Platz 6), Kilian Franzen in Bremm (Platz 9) und Wolfgang Mertes (Platz 10). Der Staffelter Hof in Kröv bietet mit seinem 2018er Riesling brut den zweitbesten Sekt unter 15 Euro. Mit Platz 3 erreichte unter den besten trockenen Rotweinen bis 15 Euro ein Moselwein eine beachtliche Platzierung: Der 2018er Pinot noir Reserve von Gessinger in Zeltingen-Rachtig zeigt, dass an der Mosel auch hervorragende Spätburgunder erzeugt werden. Bei den besten trockenen Rosé-Weinen unter 15 Jahre wird die Mosel vom 2020er Haus Klosterberg Rosé von Markus Molitor vertreten.

Die Vinum-Tester bewerten in ihrem Weinführer nicht nur die aktuellen Weine. Sie widmen sich auch gereiften Gewächsen und verkosteten zehn Jahre alte Riesling Spätlesen und 20 Jahre alte Riesling Auslesen. In beiden Kategorien glänzen die heimischen Winzer ebenfalls.
Sieben der zehn besten 2011er Spätlesen kommen aus dem Anbaugebiet Mosel: Der Sieg geht an die Ruwer. Maximin von Schubert nahm in Mainz die Siegerurkunde für die 2011er Maximin Grünhäuser Abtsberg Spätlese entgegen. Das Weingut Zilliken in Saarburg, Vorjahressieger in der Kategorie, belegt mit Weinen der Lage Rausch Platz 2 und 4. Fritz Haag stellt mit 2011er Spätlesen aus der Brauneberger Juffer-Sonnenuhr Platz 3 und Platz 5, während von Othegraven mit dem Kanzemer Altenberg Alte Reben und Clemens Busch mit der Pündericher Marienburg Goldkapsel die Ränge 8 und 10 erreichen.

Bei den Auslesen aus dem Jahrgang 2001 überzeugten Gewächse von der Mittelmosel die Jury. Die 2001er Wehlener Sonnenuhr - 21 - vom Weingut Joh. Jos. Prüm siegte in dieser Gruppe, gefolgt von der Brauneberger Juffer-Sonnenuhr Goldkapsel - 13 - von Fritz Haag. Das hohe Reifepotenzial der Moselweine zeigten auch die Weingüter Selbach-Oster (Platz 5) aus Zeltingen-Rachtig und Vollenweider aus Traben-Trarbach (Platz 10).

Der Titel „Aufsteiger des Jahres“ an der Mosel gebührt laut Vinum-Jury dem weingut Richard Richter in Winningen. Zur „Entdeckung des Jahres“ im Gebiet kürten die Autoren die erst 2020 von Peter Thelen gegründete Weinmanufaktur Petershof in Konz-Oberemmel.

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Die siegreichen Winzerinnen und Winzer aus dem Anbaugebiet Mosel bei der Präsentation des Vinum Weinguide 2022 in Mainz. Von links: Erich Weber (Hofgut Falkenstein), Katharina Prüm (Weingut Joh. Jos. Prüm), Helmut Plunien (Weingut Vols), Lara und Niklas Haag (Weingut Schloss Lieser), Johannes Weber (Hofgut Falkenstein). Nicht im Bild: Maximin von Schubert (Weingut Maximin Grünhaus). Foto: Ansgar Schmitz