Winzer-Alltag und Weingenuss

Mittelmosel // Trittenheim

Workshop des Weingutes Hermen in Trittenheim verbindet Kultur- und Naturerlebnis mit handfester Arbeit

Man muss nicht unbedingt einen Weinberg besitzen, um eigenen, köstlichen Wein zu produzieren. Als Winzer arbeiten und Rebstöcke bewirtschaften – das ist ab Ende Mai beim Weinworkshop des Weingutes Hermen in Trittenheim möglich.

Seit elf Jahren betreuen Winzer Stefan Hermen und die Kultur- und Weinbotschafterin Marlene Bollig nun schon den „Kinderwingert“ in Trittenheim und vermitteln den Jüngsten die Faszination der Arbeit in den Weinbergen. Und das soll auch künftig munter weitergehen. Doch nun wird der „Kinderwingert“ erwachsen. Heißt: Das eingespielte Team hat ein weiteres Projekt konzipiert, das sich an Interessierte ab 18 Jahren richtet.

Vermittelt wird Wissenswertes vom Aufbau einer Rebe über den Weinbau bis hin zu christlichem Brauchtum im Moselland. Wie hat sich die Kulturlandschaft im Lauf der Zeit verändert? Wie ist das Schiefergebirge entstanden? Nach dem Motto „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ geht es bei dem Weinworkshop an vier Terminen aber nicht nur ums gute Zuhören und um eine spannende Entdeckungsreise zu historischen Orten des Weinbaus. Nein: Die Teilnehmer machen mit und arbeiten als Winzer. Jeder hat die Aufgabe, unter professioneller Anleitung einen Rebstock zu hegen und zu pflegen. Heften, schneiden, zupfen, Trauben selektieren, Reben erziehen, Rebzeilen begrünen, Trauben lesen: Es gibt viel zu tun. Und natürlich wird auch die Weinprobe nicht fehlen.

„Kultur trifft Natur“ lautet die Überschrift, die Weinberge und damit ein Stück Mosellandschaft zu entdecken. Die Teilnehmer lernen das Zuhause der Reben kennen, sehen, wie lebendig ein Weinberg ist und welchen Einfluss zum Beispiel das Wetter auf Wachstum und Krankheiten hat. Sie erfahren vor allem, wieviel Pflege und wertvolle Handarbeit erforderlich sind, bevor man den guten Wein in gemütlicher Runde genießen kann.

Schöner Nebeneffekt: Nach der Corona-Zwangspause und der vermehrten „Bewegung“ in der digitalen Welt freuen sich die Menschen darauf, die nach dem Winterschlaf wieder erwachende Natur zu entdecken. Frische Luft macht den Kopf frei, das gemeinsame Tun im Team verbindet und macht Freude.

Wer sich nun angesprochen fühlt, braucht nur noch „Arbeitskleidung, feste Schuhe, Sonnenschutz, Sonnenhut, Wissbegierde und Motivation“ mitzubringen – und schon heißt es: auf in den Weinberg.