Mosel Weinkulturland

Sekt

Korken knallen, feine Perlen steigen im Glas auf: Winzersekt ist aus dem Sortiment der meisten Weingüter an Mosel, Saar und Ruwer nicht mehr wegzudenken. Die Winzer der Region bieten Schaumweine der Spitzenklasse, die sich – dass zeigen zahlreiche Auszeichnungen und Verkostungen – problemlos mit Champagner messen können.
Sekt entsteht, wenn im Wein eine zweite Gärung stattfindet. Dazu wird dem „Grundwein“ Hefe zugesetzt, die den im Wein verbliebenen Restzucker in Alkohol umwandelt. Dabei wird auch Kohlensäure freigesetzt, die im Sekt erhalten bleibt.
Winzersekt und Crémant – diese französische Bezeichnung ist seit einigen Jahren auch in Deutschland zugelassen - sind Sekte besonderer Qualität, die im klassischen Flaschengärverfahren hergestellt werden.
Der Grundwein wird in die dickwandige Sektflasche gefüllt, Hefe wird zugegeben, dann wird die Flasche mit einem Kronkorken verschlossen. Mindestens neun Monate lang muss der Winzersekt auf der Hefe lagern, für den Crémant sind zwölf Monate Hefelager vorgeschrieben. Häufig lassen die Sektmanufakturen ihre Weine viel länger auf der Hefe. Durch das lange Hefelager erhält der Winzersekt bzw. Crémant seine feinen Aromen. Für den Crémant, der an der Mosel nur aus Riesling, Elbling und Burgundersorten erzeugt werden darf, gelten auch höhere Anforderungen an den Ausgangswein.
Um die Hefe aus dem Rohsekt zu entfernen, werden die Flaschen gerüttelt. Das Rütteln ist das periodische Drehen mit stoßartiger Bewegung der Rohsektflasche. Die Flaschen werden dabei zunächst waagerecht in ein Rüttelpult – ein meist dachförmiges Brettergestell mit Löchern – gesteckt. Der Rüttelmeister rüttelt und dreht dann über einen Zeitraum von mehreren Wochen die Flaschen und stellt sie nach und nach immer steiler ins Rüttelpult. Die Hefe, die sich zunächst an der Wand der liegenden Flasche abgesetzt hatte, wandert so in den Flaschenhals unter den Kronkorken. Diese aufwändige Handarbeit ist nötig, um ein Absetzen der Hefe in der Schulter der Flasche zu verhindern.
Das Entfernen der Hefe wird als Degorgieren bezeichnet. Dazu wird der Flaschenhals eingefroren. Wenn dann der Kronkorken entfernt wird, schießt durch den Kohlensäuredruck in der Flasche der Eispfropfen mit der Hefe aus der Flasche heraus. Die folgende Dosage – der Zusatz mehr oder weniger süßen Weines - ersetzt die beim Degorgieren verlorene Flüssigkeit und dient dazu, die Geschmacksrichtung des fertigen Sektes festzulegen. Die Bezeichnungen „brut“ (maximal 15 Gramm Restzucker pro Liter) oder „extra brut“ (max. 6g/l) erhalten Sekte, die herb im Geschmack sind. „Trocken“ bezeichnet beim Sekt eine höhere Restsüße als beim Wein. Bis zu 35g/l Restzucker darf ein trockener Sekt enthalten.
An Mosel, Saar und Ruwer werden meist Riesling- und Elblingweine zu Winzersekt und Crémant veredelt. Zunehmend bieten die Weingüter aber auch hervorragenden Sekt aus den Rebsorten Weiß- und Grauburgunder, Chardonnay und Spätburgunder an.